Ursachen von Krankheiten

In der medizinischen Forschung geht es im Wesentlichen um das Herausfinden von Ursachen für bestimmte Erkrankungen mit dem Ziel, diese Erkrankungen heilen zu können. Die Aussage „Eine Krankheit wird verursacht durch …“ impliziert, dass wenn man die Ursache beseitigt hat, dann hat man auch die Krankheit beseitigt. Die Ursache wird als geeigneter Ansatzpunkt für eine Veränderung zum Positiven angenommen. Ich möchte im Folgenden eine Reihe von Problemen ansprechen, die ich in der gegenwärtigen Herangehensweise sehe:

Es werden nahezu ausschließlich materiell nachvollziehbare Ursachenketten verfolgt: Symptom A wird verursacht durch B. B wiederum wird verursacht durch C usw. bis man an einen Punkt kommt, der nicht weiter verfolgbar erscheint und der dann als Ursache angenommen wird. Das kann zum Beispiel sein:

  1. Ein „falsches“ Verhalten des Betroffenen, z.B. „ungesunde“ Ernährung oder Rauchen
  2. Eine genetische Veranlagung.

Auf 1. bin ich bereits ausführlich eingegangen: „Falsches“ Verhalten wäre nur dann als Ursache geeignet, wenn die Betroffenen es in der Hand hätten, dieses Verhalten ohne weiteres zu ändern. Und das haben sie aber nicht, weil hinter dem „falschen Verhalten“ noch eine andere tatsächliche Ursache liegt, die aber nicht in einem materiellen Sinne nachverfolgbar oder messbar ist, weil sie sich innerhalb der Psyche abspielt.

Zu 2.: Immer mehr Erkrankungen werden auf genetische Veranlagung zurückgeführt. Der Presse entnahm ich, dass sogar Depression und Sucht auf genetische Veranlagung zurückgeführt werden sollen. Das ist für die Betroffenen insofern fatal, weil genetische Veranlagung als etwas gesehen wird, dem man einerseits zufällig und andererseits ohnmächtig ausgeliefert ist. Depression und Sucht wären aber sowohl als auch heilbar, wenn an den tatsächlichen geistigen Ursachen angesetzt wird.

Wo liegt dann aber der Fehler? Der Fehler liegt in einer unzulässigen Verallgemeinerung: Ja, es gibt angeborene genetische Veranlagungen. Das bedeutet aber keineswegs, dass jedes genetische Merkmal bereits angeboren war oder dass angeborene genetische Merkmale sich nicht auch ändern könnten. Der Fehler liegt in der Annahme der Unveränderlichkeit des Erbguts. Genetische Merkmale können durch die von mir in diesem Dokument beschriebenen geistigen Prozesse sowohl im negativen als auch im positiven Sinne verändert werden.

Abschließend zu diesem Thema möchte ich noch ein 3. Problem im Zusammenhang mit Ursachenforschung ansprechen: Es ist in einem logischen Sinne nicht zulässig, Ursachen-Folge-Beziehungen aus statistischen Korrelationen zu schließen. Wenn man z.B. feststellt, dass viele an Diabetes erkrankte Menschen auch übergewichtig sind, dann bedeutet das nicht, dass Übergewicht als eine Ursache von Diabetes angenommen werden kann, denn es könnte ebenso sein, dass sowohl Übergewicht als auch Diabetes die Folge einer weiteren im Dunklen liegenden Ursache sind und einfach nur häufig gemeinsam auftreten.

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