Beispiel 17: Schmerzen im Arm

Zu den Dingen, die ich schon mein ganzes Leben lang gern tue, gehört das Schwimmen und zwar insbesondere im Kraulstil. Der Kraulstil stellt eine recht starke Beanspruchung der Arm und Schultermuskulatur dar und manchmal hatte ich nach dem Schwimmen Schmerzen in Arm oder Schulter. Ich dachte dann „Ich muss mich mehr schonen, ich habe meinen Körper überbeansprucht“ und hörte für eine Zeit lang mit dem Schwimmen auf. Wenn ich dann wieder mit dem Schwimmen anfing, waren meistens auch recht schnell wieder solche Schmerzen da und ich hörte wieder auf. Im Laufe der Jahrzehnte, nahmen die Schmerzen immer mehr zu und eigentlich konnte ich fast überhaupt nicht mehr wirklich regelmäßig schwimmen gehen. Der Gipfel war, dass ich meinen linken Arm nicht mehr anheben konnte. Das war der Punkt, an dem ich erkannte, dass das Problem in meinem Umgang mit den Schmerzen bestand: Der richtige Umgang besteht darin, mich von kleineren Wehwehchen nicht in dem einschränken zu lassen, was mir wirklich wichtig ist.

Als das mit den Schmerzen anfing, wäre das auch gar kein Problem gewesen. Die Schmerzen waren nicht sehr intensiv und ich hätte einfach weiter schwimmen gehen können. Aber am Ende der Entwicklung war die Einschränkung wirklich real. Ich konnte gar nicht mehr schwimmen gehen. Ich konnte ja meinen Arm zeitweise gar nicht mehr bewegen. Die zunächst nur angenommene Einschränkung meiner Handlungsfähigkeit war mit der Zeit real geworden.

Ich weiß nicht, was die physische Ursache meiner Armprobleme gewesen ist, es wurde nie von einem Arzt untersucht, aber diese Entwicklung hat auffällige Parallelen zu dem, was sich in Gesprächen mit MS-Patienten zeigt:

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