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Magersucht

Das Beispiel Magersucht ist nicht direkt einem meiner Erklärungsmodelle zuzuordnen. Ich füge es hier aber an, weil es eine häufige Begleiterscheinung der Beispiele 1 und 3 ist. Zwischen Beispiel 1 "gesunde Ernährung" und Beispiel 3 "Abnehmen durch Diät" gibt es enge Parallelen dahingehend, dass beide einen fortgesetzten Konflikt zwischen rational angestrebter Nahrungsaufnahme und körperlichem Appetit darstellen:

Beide Konflikte können zu dem führen, was als Magersucht bezeichnet wird, obwohl es sich dabei mitnichten um eine „Sucht zum Magersein“ handelt.

Ausgangspunkt ist der Versuch, die Ernährung nach bestimmten Regeln umzustellen ("... ist gesünder" bzw. "... macht weniger dick"). Das funktioniert aber nicht ad hoc, weil den rationalen Regeln ein zweiter Regelmechanismus zuwiderläuft: der natürlich Appetit des Körpers, der sich immer wieder einfach holt, was er gerade will. Es entwickelt sich ein Kreislauf von Versagen, schlechtem Gewissen und guten Vorsätzen, der zu 2 negativen Tendenzen führt:

  1. Jedes Mal, wenn der entsprechende gute Vorsatz wieder gescheitert ist, kommt es zu schlechtem Gewissen und dem Gefühl, sich durch die eigene Unfähigkeit wieder geschadet zu haben. Dieses Gefühl, sich geschadet zu haben, intensiviert ...
Den vollständigen Text finden Sie im Buch
nächstes Kapitel: Negative Zukunftsprojektion (Die im Text enthaltenen Konzepte im Überblick)